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Apocalypse Now

Apocalypse Now

Kurzzusammenfassung Im Jahr 1969, mitten im Vietnamkrieg, erhält Captain Benjamin L. Willard den Auftrag, den abtrünnigen Colonel Walter E. Kurtz zu liquidieren. Dieser hat sich von der amerikanischen Militärführung distanziert und lässt sich nicht mehr kontrollieren. Im Dschungel des im Vietnamkrieg neutralen Nachbarlandes Kambodscha hat er sich ein eigenes „Reich“ aus desertierten US-amerikanischen Soldaten und Montagnards aufgebaut, über das er gebieterisch herrscht. Captain Willard macht sich in einem Patrouillenboot samt Besatzung von Saigon aus auf den Weg durch den Dschungel. Die Reise der Männer entwickelt sich zu einem Höllentrip durch die Absurditäten eines sinnentleerten Kriegs und offenbart, analog zur Romanvorlage,... Weiterlesen...

Trailer

Filmdaten

Jahr:
1979
Land:
USA
Laufzeit:
Kinofassung: 153 Minuten, Redux-Version: 202 Minuten
FSK:
FSK 16
Regie:
Francis Ford Coppola
Drehbuch:
John Milius, Francis Ford Coppola
Produktion:
John Ashley, Eddie Romero, Mona Skager
Musik:
Carmine Coppola
Kamera:
Vittorio Storaro
Schnitt:
Lisa Fruchtman, Gerald B. Greenberg, Walter Murch, Richard Marks
Schauspieler:
  • Martin Sheen: Captain Willard Erzähler
  • Marlon Brando: Colonel Walter E. Kurtz
  • Robert Duvall: Lieutenant Colonel Bill Kilgore
  • Frederic Forrest: Jay „Chef“ Hicks
  • Sam Bottoms: Lance B. Johnson
  • Laurence Fishburne: Tyrone „Clean“ Miller
  • Albert Hall: Chief Phillips
  • Dennis Hopper: Journalist
  • Cynthia Wood: Playmate Of The Year
  • Colleen Camp: Playmate Miss May
  • Linda Beatty: Playmate Miss August
  • Harrison Ford: Colonel Lucas
  • G. D. Spradlin: Lieutenant General R. Corman
  • R. Lee Ermey:
  • Eagle-Thrust-Seven-Hubschrauberpilot
  • Glenn Walken: Lieutenant Carlsen
  • Scott Glenn: Colby
  • Christian Marquand: Hubert de Marais (nur in der Redux-Version)
  • Aurore Clément: Roxanne Sarrault (nur in der Redux-Version)

Handlung

Kurzzusammenfassung

Im Jahr 1969, mitten im Vietnamkrieg, erhält Captain Benjamin L. Willard den Auftrag, den abtrünnigen Colonel Walter E. Kurtz zu liquidieren. Dieser hat sich von der amerikanischen Militärführung distanziert und lässt sich nicht mehr kontrollieren. Im Dschungel des im Vietnamkrieg neutralen Nachbarlandes Kambodscha hat er sich ein eigenes „Reich“ aus desertierten US-amerikanischen Soldaten und Montagnards aufgebaut, über das er gebieterisch herrscht. Captain Willard macht sich in einem Patrouillenboot samt Besatzung von Saigon aus auf den Weg durch den Dschungel. Die Reise der Männer entwickelt sich zu einem Höllentrip durch die Absurditäten eines sinnentleerten Kriegs und offenbart, analog zur Romanvorlage, die Abgründe der menschlichen Seele. Während der Reise mit dem Irrsinn und der Sinnlosigkeit des Kriegs konfrontiert, beginnt Willard zunehmend, an der Rechtfertigung seines Auftrags zu zweifeln. Als er Kurtz schließlich findet, ist er versucht, sich ihm anzuschließen, tötet den tief verzweifelten und am Krieg zerbrochenen Mann jedoch letztendlich auf dessen eigenes Verlangen.

Warten in Saigon

Die Handlung des Films beginnt in Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt), der Hauptstadt des damaligen Südvietnam. United States Army Captain Willard ist Angehöriger der 173. US-Luftlandebrigade und gehört der Spezialeinheit für unkonventionelle Kriegsführung MACV-SOG an. Zu Beginn seiner zweiten Dienstzeit in Vietnam wartet er in einem Hotel auf einen neuen Auftrag. Geprägt von Alkohol, Langeweile und einem übergroßen Verlangen nach Rückkehr in den Dschungel, sagt er zu Beginn des Films aus dem Off: “Every minute I stay in this room, I get weaker. And every minute Charlie squats in the bush, he gets stronger.” (deutsch: „Jede Minute, die ich in diesem Raum verbringe, macht mich kraftloser. Jede Minute, die Charlie (Anm.: US-Army-Slang für die vietnamesische Untergrundarmee FNL) im Busch kauert, macht ihn stärker“). Seine Wartezeit endet, als er von zwei GIs zu einem Stützpunkt des Nachrichtendienstes in Nha Trang eskortiert wird. Sein neuer, streng geheimer Auftrag ist die Exekution des vermeintlich verrückt gewordenen Colonels Walter E. Kurtz. Willard soll mit einem Patrouillenboot samt Besatzung den fiktiven Nung River (in dem wohl der Mekong zu erkennen ist) bis nach Kambodscha hochfahren, um Kurtz zu finden und seiner Bestimmung zuzuführen.

Das Dossier

Willard erhält von seinen Auftraggebern ein Dossier über den Colonel, dessen Inhalt der Zuschauer bruchstückhaft über den Film verteilt erfährt: Kurtz, ein militärischer Musterschüler mit Ambitionen auf die höchsten Posten, absolvierte unter anderem im mittleren Alter den Ausbildungskurs der Special Forces. In Vietnam wich er schon bald von den Richtlinien der Streitkräfte ab. Als er unautorisiert vier Doppelagenten erschoss, gab die Armeeführung den Befehl zu seiner Eliminierung, obwohl sich schnell zeigte, dass seine Tat militärisch gesehen die richtige Entscheidung gewesen war.

Als bezeichnend für den gesamten Auftrag kann folgender Satz von Willard angesehen werden:

“Charging a man with murder in this place is like handing out speeding-tickets at the Indy 500.”

„Einen Mann an so einem Ort wegen Mordes zu belangen, ist wie eine Verwarnung wegen überhöhter Geschwindigkeit beim Autorennen.“

An Bord

Das Patrouillenboot (eng. Patrol Boat River, PBR) Erebus der US Navy, auf dem Willard den Mekong flussaufwärts Richtung Kambodscha gebracht wird, fungiert als Spiegelbild der US-Armee. An Bord befinden sich:

Der Befehlshaber des Bootes, Chief Petty Officer Phillips Jay „Chef“ Hicks, ein nervenschwacher Saucier aus New Orleans, der mit dem Krieg eigentlich gar nichts am Hut haben will Lance B. Johnson, ein Greenhorn und angehender Profi-Surfer, der sich lieber bräunt und Drogen konsumiert, als zu kämpfen Tyrone „Clean“ Miller, ein hitzköpfiger Siebzehnjähriger aus der Bronx.

Willard lässt die Crew zunächst über das Ziel der Fahrt und seinen Auftrag im Unklaren, da beides der Geheimhaltung unterliegt. Erst später, als die Männer zunehmend frustriert werden ob der vermeintlichen Sinnlosigkeit des Unternehmens, setzt er sie darüber in Kenntnis. Im Mikrokosmos des Bootes, dessen Flussfahrt den roten Faden des Films ausmacht, ist Willard wegen seines separaten und geheimen Auftrags und seiner Verschwiegenheit Außenseiter, wird jedoch respektiert. Während die Crew ihrem „Alltag“ an Bord nachgeht (Drogenkonsum, Langeweile, Wache schieben), erfährt der Zuschauer durch Willards Stimme aus dem Off dessen Gedankengänge.

Beachboys

Die 1. US-Luftkavallerie, die Willards Boot den Fluss aufwärts eskortieren sollte, nähert sich unter leichter Gegenwehr einem kleinen vom Vietcong beherrschten Dorf. Hier trifft Willard den Bataillons-Kommandeur der luftmobilen Einheit Lieutenant Colonel Bill Kilgore. Regisseur Coppola spielt hier in einem Cameo-Auftritt einen Anweiser für ein Team Kriegsberichterstatter. Schließlich stellt sich heraus, dass der Kommandeur gar nichts von dem Eskortbefehl weiß.

Nach dem Angriff auf das Dorf verteilt Kilgore noch Spielkarten mit dem Divisionsabzeichen auf tote Vietcong. “Deathcards, let Charlie know who did this.” (deutsch: „Totenkarten, damit Charlie weiß, wer das getan hat.“)

Der selbstherrliche und surfbegeisterte Kilgore entdeckt unter der Bootscrew Lance B. Johnson, den Profisurfer. Am Abend gibt es Lagerfeuer mit eingeflogenem Bier und Steaks. Kilgore klimpert auf einer Gitarre, doch glaubt Willard: “The more they tried to make it just like home, the more they made everybody miss it.” (deutsch: „Je mehr sie versuchten es wie zuhause wirken zu lassen, desto mehr vermisste jeder sein Zuhause.“)

Als Kilgore hört, dass bei dem Dorfstrand, an dem das Boot abgesetzt werden soll, brauchbare Wellen zum Wellenreiten (Surfen) sind, befiehlt er den Angriff. Über außen an den Kampfhubschraubern befestigte Lautsprecher wird – laut Kilgore als Mittel der psychologischen Kriegsführung – während des Angriffs auf das Dorf Richard Wagners Walkürenritt gespielt. Unmittelbar nach der Eroberung des Dorfes soll Lance den Unterschied zwischen dem Feind und den US-Streitkräften zeigen: “Charlie don’t surf!” (deutsch: „Charlie surft nicht!“)

Dieser Filmabschnitt ist eine der ersten Begegnungen mit dem Irrealismus und dem Wahnsinn der Beteiligten des Krieges. So befiehlt Kilgore das Surfen, obwohl am Strand noch feindliche Granaten einschlagen. Da die Soldaten unter ständigem Mörserbeschuss schlechte Ergebnisse beim Surfen erzielen, fordert Kilgore schließlich einen schweren Luftschlag mittels Napalm auf eine Baumreihe an, wo er die feindliche Mörserstellung vermutet. Der Angriff schlägt jedoch fehl; es schlagen weiter Granaten am Strand ein. Kilgore: “I love the smell of napalm in the morning […] Smells like – victory.” (deutsch: „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen. […] Riecht nach – Sieg“) Durch die Explosion des Napalms werden Luftwirbel erzeugt, welche zusätzlich die Wellen zum Surfen unbrauchbar machen. Willard und seine Begleiter fliehen schließlich auf das Boot.

Sehr einprägsam ist Willards gedankliches Resümee, zurück auf dem Boot: „Wenn Kilgore den Krieg auf seine Weise führen durfte, begann ich mich zu fragen, was sie überhaupt gegen Kurtz einzuwenden hatten. Es war nicht nur Wahnsinn und Mord … davon gab es hier genug, dass für uns alle was abfiel.“

Perfektioniert wird die Niederlage durch den Diebstahl von Kilgores Lieblingssurfboard durch Capt. Willard. (Nur in der Redux-Version enthalten.)

Playboybunnies

An der Station zu Hau Phat trifft die Crew am richtigen Tag ein: Eine frisch eingeflogene USO-Show steht auf dem Veranstaltungskalender. Miss August, Miss May und das Playmate of the Year geben sich die Ehre und erscheinen in Cowboy- und Indianerkostümen auf der Bühne. Nachdem die Mädchen ihre Show abgezogen haben, fordert das Publikum das Entkleiden der Frauen. Soldaten stürmen die Bühne und die Playmates müssen überstürzt aus dem Tumult mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden.

Zu einem späteren Zeitpunkt treffen sie die Mädchen in einem desolaten Notlager wieder, in dem deren Hubschrauber wegen Treibstoffmangels notlanden musste – und tauschen einen Teil ihres Treibstoffs gegen sexuelle Handlungen. (Nur in der Redux-Version enthalten.)

Sampan-Zwischenfall

Auf dem Weg flussaufwärts kontrolliert die Crew der Erebus einen Sampan, der ihnen entgegenkommt. An Bord befinden sich einige Vietnamesen, Lebensmittel und Tiere. Obwohl sich die Einheimischen tadellos verhalten, ist die Stimmung auf Seiten der Amerikaner angespannt. Als Chef die Ladung überprüft, möchte er eine Kiste öffnen, auf der zuvor eine junge Frau saß. Daraufhin rennt diese schreiend in seine Richtung, weshalb Clean das Feuer mit dem schweren Bord-Maschinengewehr eröffnet und zusammen mit Lance alle Vietnamesen auf dem Boot erschießt. Nachdem das Feuer eingestellt ist, öffnet Chef die Kiste und findet lediglich ein Hunde-Baby, das die junge Frau wohl beschützen wollte. Er bemerkt, dass die Frau noch lebt und der Kommandant beschließt, sie an Bord zu nehmen und in ein Lazarett zu bringen. Doch Willard, der die Kontrolle des Sampans von Beginn an abgelehnt hatte, tötet sie mit seiner Pistole, da er keine Zeit verlieren will. Den fassungslosen Kameraden sagt er lakonisch: „Ich sagte doch, ihr sollt nicht anhalten.“ Mit dieser Szene wollte Coppola reale, im Vietnamkrieg stattgefundene Kriegsverbrechen wie das Massaker von My Lai thematisieren.[3]

Nach diesem Zwischenfall drückt Willard als Erzähler seine zunehmenden Zweifel am Sinn des Krieges aus: „Wir hatten einen Weg gefunden, wie wir uns keine Vorwürfe zu machen brauchten. Wir zerhackten sie mit Maschinengewehren in zwei Hälften und legten ihnen dann einen Verband an. Es war eine Lüge. Und je mehr ich davon sah, desto mehr hasste ich Lügen.“

Do-Lung-Brücke

Der letzte Stopp vor dem Gebiet, in dem es keine US-Armee mehr, sondern nur noch Kurtz gibt, ist ein nächtlicher Halt des Bootes an einem Stützpunkt bei der umkämpften Do-Lung-Brücke. Es herrscht totales Chaos, Verzweiflung und Grabenkampf beherrschen das Bild. Im Hintergrund hört man über Lautsprecher Schreie, psychedelische Geräusche und undefinierbare Klänge. Drogen, Desorganisation, Angst, Panik, Tod, Leiden und kopflose Militäraktionen bestimmen den Ort. Deserteure versuchen ihren Rückweg zu erschwimmen. Willard trifft trotz des Chaos einen Kontaktmann, Lieutenant Carlson, der ihm aktuelle Instruktionen zu seinem Auftrag überreicht und sich mit den Worten „Sie glauben gar nicht, wie glücklich ich jetzt bin, Sir“, daran macht zu verschwinden. Als Willard nachfragt, erwidert Carlson: „Jetzt kann ich hier raus, wenn ich eine Möglichkeit finde!“ und schließlich „Hier sind Sie am beschissenen Arsch der Welt, Captain!“

Ein Soldat feuert wie wild mit einem stationären Maschinengewehr auf bereits tote Vietcong. Auf die Frage Willards, wer hier der kommandierende Offizier sei, antwortet der Soldat symptomatisch: „Nicht Sie?“. Ein GI („der Eisenschmeißer“) tötet mit einem M79-Granatwerfer einen Vietcong, der schwer verletzt zwischen den feindlichen Stellungen liegt und immer wieder „Ami, geh’ zum Teufel!“ ruft.

Als sich die Crew wieder auf den Weg macht, stürzt hinter ihnen die unter Beschuss stehende Do-Lung-Brücke schließlich ein.

Auf französischem Boden

(Nur in der Redux-Version enthalten.)

Aus dem Nebel tauchen Ruinen auf, und kurz darauf steht die Besatzung vor einer französischen Plantage. Clean, der bei einem Angriff auf das Patrouillenboot sein Leben ließ, wird hier bestattet. Beim gemeinsamen Abendessen mit den französischen Plantagenbesitzern kommt es zu heftigen Diskussionen unter den Gastgebern. Willard wird angefleht, aus den Fehlern der Franzosen im vorangegangenen Indochinakrieg zu lernen und mit seiner ganzen Kraft gegen die FNL (den Vietcong) und das diese unterstützende Nordvietnam zu kämpfen. Bei Tisch mit dem amerikanischen Offizier geraten die anwesenden Franzosen in eine hitzige Diskussion über die verlorene, kriegsentscheidende Schlacht von Điện Biên Phủ. Einer nach dem anderen verlässt wütend den Raum. Letztlich verbleiben nur noch Willard und die junge Witwe Roxanne, die ihn nach gemeinsamem Opium-Konsum sexuell verführt.

Beim Zuschauer kann der Eindruck einer Parodie auf französische Gesellschaftsfilme entstehen, in denen Franzosen am Wochenende in fröhlicher Runde zusammenkommen. Nach eigener Aussage wollte Coppola den Zuschauer damit auf eine Art Zeitreise in die Zeit der französischen Kolonialisierung Indochinas schicken, denn Vietnam war bis wenige Jahre vor Beginn der US-Intervention noch Teil des französischen Kolonialreichs. Daher reagieren Willards Gastgeber auch mit Unverständnis auf seinen Einwurf, dass sie doch „nach Hause“ nach Frankreich gehen könnten, denn sie betrachten Indochina als ihre Heimat.

Kurtz oder: Das Grauen

Kurz vor Erreichen ihres Ziels wird die Crew von Dschungelbewohnern mit Bögen und Speeren angegriffen. Aufgespießt von einem Speer versucht der Chief, möglicherweise zum Schutz seiner noch lebenden Kameraden, Willard mit in den Tod zu reißen. Es misslingt. Kurz darauf tauchen die Bauten von Kurtz’ Basis aus dem Nebel auf, und ein US-Fotojournalist und Anhänger Kurtz’ lotst die Crew zum Ufer. Er begrüßt die drei Überlebenden mit einer begeisterten Lobrede auf Kurtz: “He’s a poetwarrior in the classic sense.” (deutsch: „Er ist ein Kriegerpoet im klassischen Sinne.“) Über das einer zerfallenen Tempelanlage ähnelnde Gelände verteilt liegen dutzende abgetrennte Menschenköpfe und Leichen. Als der Fotograf die Bestürzung Willards darüber bemerkt, spricht er entschuldigend davon, dass Kurtz zuweilen übertreibe, aber dass man ihn deswegen nicht verurteilen dürfe. An einer Mauer steht geschrieben: “Our Motto: Apocalypse Now!”

Captain Willard wird gefangen genommen und zu Kurtz gebracht. Zwischen den beiden entwickelt sich ein langer Dialog, in dem Willard von Kurtz als ein „Laufbursche“ bezeichnet wird, der „von Kolonialwarenhändlern geschickt“ worden sei, um „die Rechnung vorzulegen“. Kurz darauf erhält Willard ein grauenerregendes Präsent von Kurtz in den Schoß gelegt: Chefs abgetrennten Kopf. Dieser hatte versucht, über Funk mit Almighty, der Einsatzzentrale des Auftrags, zu kommunizieren, um wie von Willard befohlen − im Fall seiner Gefangennahme – einen Luftangriff auf das Gelände anzufordern. Der Zuschauer erfährt die simple Dialektik des Colonel Walter E. Kurtz: „Das Grauen und der moralische Terror sind deine Freunde. Falls es nicht so ist, sind sie deine gefürchteten Feinde.“

Während der folgenden Zeit, in der Willard Kurtz’ Gefangener ist und dessen Monologen über seine Weltsicht zuhört, entfremdet auch er sich seiner selbst und nähert sich den Ansichten von Kurtz. Im letzten Dialog der beiden fordert Kurtz Willard mittelbar auf, ihn zu töten: „Mich beunruhigt der Gedanke, dass mein Sohn vielleicht nicht verstehen wird, worum es mir wirklich ging. Und, falls ich getötet werden sollte, hm Willard, möchte ich, dass jemand zu mir nach Hause geht und es meinem Sohn erzählt. Alles. Alles, was ich getan habe, alles, was Sie gesehen haben. Denn es gibt nichts, was ich mehr verabscheue als den Gestank von Lügen. Und wenn Sie mich verstehen, Willard, werden Sie das für mich tun.“

Während Willard sich nachts, mit archaischer Kriegsbemalung, allmählich an Kurtz heranpirscht und schließlich mit einer Machete auf ihn einschlägt, um ihn zu töten, wird abwechselnd in zuerst ruhigen, dann immer schneller aufeinanderfolgenden Schnitten ein gleichzeitig stattfindendes Ritual der Gefolgsleute Kurtz’ gezeigt, bei dem am Schluss einem Wasserbüffel der Kopf abgeschlagen wird. Die gesamte Szene ist mit dem Song „The End“ der Doors unterlegt, wobei die zunehmende Dramatik der Handlung mit der der Musik synchron ist. Schließlich zeigt die Kamera in Nahaufnahme das Gesicht des am Boden liegenden, sterbenden Kurtz, der als letzte Worte flüstert: „Das Grauen! Das Grauen!“

Willard durchsucht Papiere und Aufzeichnungen von Kurtz, in denen er die handschriftliche Notiz “Drop the Bomb. EXTERMINATE Them All!” findet. Die Papiere in der Hand, erscheint er vor dem Tempel. Kurtz’ Gefolgschaft wirft sich vor ihm auf den Boden. Er wirft die Machete weg, woraufhin auch die anderen ihre Waffen wegwerfen, holt Lance aus der Menge, schaltet das Funkgerät ab und macht sich mit dem Boot auf den Rückweg.

Quelle: Wikipedia, Youtube