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Nader und Simin - eine Trennung

Nader und Simin - eine Trennung

Nader und Simin sind seit 14 Jahren verheiratet und leben mit ihrer elfjährigen Tochter Termeh in Teheran. Die Familie gehört der urbanen oberen Mittelschicht an. Das Paar steht kurz vor der Trennung. Simin will das Land, wie ursprünglich gemeinsam geplant und bereits erfolgreich bei den Behörden beantragt, mit ihrem Gatten und der Tochter verlassen. Termeh soll nicht weiter „unter den Umständen hier“ aufwachsen. Inzwischen werden Simins Absichten vom dickköpfigen Nader jedoch nicht mehr geteilt. Er hat Bedenken wegen seines Vaters, der an Alzheimer leidet und mit in der gemeinsamen Wohnung lebt. Als Reaktion auf Naders Entschluss, bei seinem Vater in Iran zu bleiben, reicht Simin die Scheidung ein. Weiterlesen...

Trailer

Filmdaten

Jahr:
2011
Land:
Iran
Laufzeit:
123 Minuten
FSK:
FSK 12
Regie:
Asghar Farhadi
Drehbuch:
Asghar Farhadi
Produktion:
Asghar Farhadi
Musik:
Sattar Oraki
Kamera:
Mahmood Kalari
Schnitt:
Hayedeh Safiyari
Schauspieler:
  • Leila Hatami: Simin
  • Peyman Moadi: Nader
  • Shahab Hosseini: Hodjat
  • Sareh Bayat: Razieh
  • Sarina Farhadi: Termeh
  • Babak Karimi: Richter
  • Ali-Asghar Shahbazi: Naders Vater
  • Shirin Yazdanbakhsh: Simins Mutter
  • Kimia Hosseini: Somayeh
  • Merila Zarei: Fräulein Ghahraei

Handlung

Nader und Simin sind seit 14 Jahren verheiratet und leben mit ihrer elfjährigen Tochter Termeh in Teheran. Die Familie gehört der urbanen oberen Mittelschicht an. Das Paar steht kurz vor der Trennung. Simin will das Land, wie ursprünglich gemeinsam geplant und bereits erfolgreich bei den Behörden beantragt, mit ihrem Gatten und der Tochter verlassen. Termeh soll nicht weiter „unter den Umständen hier“ aufwachsen. Inzwischen werden Simins Absichten vom dickköpfigen Nader jedoch nicht mehr geteilt. Er hat Bedenken wegen seines Vaters, der an Alzheimer leidet und mit in der gemeinsamen Wohnung lebt. Als Reaktion auf Naders Entschluss, bei seinem Vater in Iran zu bleiben, reicht Simin die Scheidung ein.

Das Familiengericht lehnt Simins Klage ab, die Probleme sind nach Auffassung des Richters nicht gravierend genug, nach iranischem Recht muss der Ehemann der Scheidung also zustimmen. Hierzu ist Nader aus Enttäuschung und Trotz auch prinzipiell bereit, will Termeh aber nicht mit Simin gehen lassen. Simin verlässt nun Ehemann und Tochter und zieht bei ihrer Mutter ein. Nader engagiert deshalb die von seiner Noch-Ehefrau ausgesuchte Razieh als Haushaltshilfe. Die junge schwangere Frau aus einem der armen Vororte Teherans soll tagsüber seinen pflegebedürftigen Vater betreuen. Razieh übernimmt die Arbeit für wenig Lohn, da ihre Familie finanziell darauf angewiesen ist, allerdings ohne Wissen ihres jähzornigen arbeitslosen Ehemanns Hodjat, der nach iranischem Recht seine Zustimmung hätte geben müssen. Zu ihrer Arbeit bringt die gottesfürchtige, stets in einen Tschador gehüllte Frau ihre kleine Tochter, Somayeh, mit.

Razieh ist mit der Pflege des Alten jedoch überfordert. Vor allem ist sie unsicher, ob es ihr aus religiösen Gründen erlaubt ist, den älteren Mann zu waschen, der auch an Inkontinenz leidet. Schon nach dem ersten Tag will sie die Stelle an ihren Ehemann weitervermitteln. Da dieser aber wegen seiner Schulden bei Gläubigern verhindert ist, vertritt sie ihn. Als Razieh eines Tages einen Arzttermin wahrnehmen muss, fesselt sie den schlafenden alten Mann an sein Bett und schließt ihn ein. Der Greis wird später am Tag bewusstlos neben dem Bett liegend von Nader und seiner Tochter aufgefunden. Aufgebracht drängt Nader seine zurückkehrende Haushaltshilfe aus der Wohnung und schimpft sie eine Diebin. Er schiebt Razieh aus der Haustür, worauf diese im Treppenhaus stürzt. Später erfährt er, dass sie im Krankenhaus behandelt wurde und ihren ungeborenen Sohn im fünften Monat verloren hat.

Ein Gericht wird mit der Bewertung von Naders Schuld beauftragt. Er sieht einer Anklage wegen Totschlags entgegen, sollte bewiesen werden, dass er Kenntnis von Raziehs Schwangerschaft hatte. Gleichzeitig wird Razieh wegen Misshandlung des alten Manns angeklagt. Der verschuldete Hodjat ist hin- und hergerissen zwischen der für Nader geforderten Gefängnisstrafe und einer finanziellen Abfindung, sollte er die Anklage fallen lassen. Naders Stolz aber steht der Zahlung eines Blutgelds im Weg. Termeh schützt ihren Vater mit einer Falschaussage, während Simin außerhalb des Gerichts mit zur Wahrheitsfindung beiträgt. Es stellt sich heraus, dass Razieh, die sich weigert, die Schuld Naders auf den Koran zu schwören, vor dem Zwischenfall auf der Straße angefahren worden war, als sie Naders dementen Vater wieder zurückholen wollte, der unbemerkt das Haus verlassen hatte.

Termehs Hoffnung, dass ihre Eltern wieder zueinander finden, erfüllt sich nicht. Vor dem Familiengericht muss sie sich entscheiden, ob sie von nun an bei Nader oder bei Simin leben möchte.

Quelle: Wikipedia, Youtube